Burnout ist ein Prozess, der sich über mehrere Wochen, Monate und sogar Jahre in Stufen entwickeln kann. Eines der bekanntesten Stufenmodelle ist von Herbert Freudenberger, der auch den Begriff Burnout 1974 als „Krankheit des Überengagements“ beschrieben hat.
In jeder Stufe werden unterschiedliche körperliche und seelische Symptome und Ausprägungen beschrieben.
Stufe 1: Der Zwang, sich zu beweisen
- besondere Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit
- individueller Tatendrang
- erhöhte Erwartungen an sich selbst werden zum Leistungszwang
- eigene Grenzen werden übersehen
- eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt
- Besondere Bereitschaft zur Übernahme von Aufgaben
- es tut gut, gebraucht zu werden
- für Anerkennung wird alles getan
- freiwillige Mehrarbeit, unbezahlte Überstunden
- Gefühl, unentbehrlich zu sein
- delegieren wird als zeitaufwendig und unangebracht erlebt
- eigene Grenzen werden nicht mehr wahrgenommen
Stufe 3: Subtile Vernachlässigung der Bedürfnisse
- Schwierigkeiten, diese noch wahrzunehmen
- Wunsch nach Ruhe tritt in den Hintergrund
- nachlassen der Genussfähigkeit
- sexuelle Unlust u. Partnerprobleme
- steigender Konsum v. Zigaretten, Alkohol u. Kaffee, Tranquilizer und Aufputschmittel
- Schlafstörungen
Stufe 4: Suppression of conflicts and personal needs
- Vergessen von Terminen und andere Fehlleistungen
- Konzentration und Gedächtnis lassen nach
- Aufschieben von wichtigem, Aufgeben von Hobbys
- Fortgeschrittene Genussunfähigkeit
- Chronische Müdigkeit, Energiemangel, Schwächegefühl
- Humorlosigkeit
- Gedankenverlorenheit
- Abstumpfung
- Trotz intensivem Einsatz nehmen Misserfolge zu
- Arbeit als Selbstzweck
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Vermeidung von privaten Kontakten
Stufe 6: Verstärkte Verleugnung aufgetretener Probleme
- Fehlleistungen, Aufmerksamkeitsstörung,
- überlange Pausen, Fehlzeiten
- Desillusionierung
- Negative Einstellung zur Arbeit, Gefühl, ausgebeutet zu werden
- Abkapselung von der Umwelt, Ungeduld und Intoleranz
- Erhöhte Akzeptanz von Kontrollmitteln (Medikamenten)
- Orientierungslosigkeit
- Ohnmachtsgefühle
- Entfremdung
- Gefühl von Abgestorben sein und innerer Leere, Fallweise Hoffnungslosigkeit
- Einengung, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
- Weitere Zunahme an Fehlerhäufigkeiten
- Unfähigkeit zu klaren Anweisungen
- Alpträume
- Vermehrte Ersatzbefriedigungen
- Psychosomatische Reaktionen: Schwächung des Immunsystems, Herzklopfen, erhöhter Blutdruck, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Gewichtsveränderungen
Stufe 8: Beobachtbare Verhaltensänderungen
- Misstrauen und paranoide Gedanken
- Mangelnde Flexibilität
- Abbau der Kreativität
- Verflachung des emotionalen und sozialen Lebens
- Entfremdung
- Verlust des Gefühls für die eigene Person
- Gefühl von Abgestorben sein und innerer Leere
- Defensive Einstellungen, Kompromissunfähigkeit
- Automatismen
- Gleichgültigkeit, kein Zugang mehr zu sich selbst
- Zunahme psychosomatischer Reaktionen
- Phobische Zustände, Panikattacken
- Unbestimmte Angst und Nervosität
- Unsicherheit und Angst in der Gegenwart von Menschen
- Schwäche und Apathie
- Mutlosigkeit
- Verflachung des Lebens
- Exzessive Bindung an einzelne, Eifersucht
- Meidung von Gesprächen über die Arbeit
- Negative Einstellung gegenüber dem Leben
- negative Einstellung zum Leben
- Hoffnungslosigkeit
- Erschöpfung und schwere Depressionen
- Schmerzhafte Gefühle im Wechsel mit dem Gefühl der Sinnlosigkeit und des
- Abgestorben seins
- Existenzielle Verzweiflung
- Selbstmordgedanken und Absichten
Stufe 12: Völlige Burnout –Erschöpfung
- im geistigen, körperlichen und emotionalen Bereich
- Schwere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
- Magen-Darm Traktes
- Absolutes Leistungsversagen
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